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| Einsatzgebiete von Chemikern FH
Als Realisatoren und Praktiker mit fundierten Kenntnissen finden heute Chemiker FH ein weites Wirkungsfeld auf allen Gebieten der Chemie. Dem Chemiker FH stehen Kaderstellen in mittleren und kleineren Unternehmen verschiedenster Branchen, in der Grossindustrie sowie in Kantons- und Bundesämtern gleichermassen offen. Typische Branchen sind:
Dabei liegen jedoch die Schwerpunkte nach wie vor in den Anwendungsbereichen der Chemie. Nachfolgend wird deshalb nur auf diese Bereiche näher eingegangen. Produktion Der Betriebschemiker hat den Auftrag, die Herstellung oder Verarbeitung chemischer Erzeugnisse im technischen Massstab zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Hierbei sind ökologische und ökonomische Gesichtspunkte sowie auch Aspekte der Sicherheit so weit wie möglich zu berücksichtigen. Produktentwicklung / Galenik In der Produktentwicklung geht es vor allem darum, für einzelne Substanzen oder Substanzgemische geeignete Anwendungsformen zu finden. Faktoren wie beispielsweise Alterungsbeständigkeit, Verhinderung von Staubentwicklung, geeignete Verpackungsformen usw. sind Ziele, welche in der Produktentwicklung von Bedeutung sind. Verfahrensentwicklung Die Verfahrensentwicklung steht zwischen der Forschung und der Produktion. Hier werden die Ideen / Verfahren aus der Forschung nach wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Aspekten in Betriebsverfahren umgesetzt. Besondere Kenntnisse der verfahrenstechnischen Möglichkeiten sind dabei die Voraussetzung zum Erfolg. Forschung Die anwendungsorientierte Forschung kann in drei Hauptbereiche
eingeteilt werden: In der Komponentenforschung werden neue chemische Verbindungen
hergestellt, von denen man bestimmte Eigenschaften erwartet (Heilmittel,
Zusatzstoffe zur Verbesserung von Materialeigenschaften, neue Werkstoffe,
usw.). Jede neue Substanz wird dabei sehr aufwendigen und komplexen Testverfahren
unterworfen. Analytik und Qualitätssicherung Die Analytik beschäftigt sich vorwiegend mit der Gehaltsbestimmung verschiedener Stoffe in Gemischen und mit der Strukturaufklärung von unbekannten Substanzen aus Forschung, Entwicklung, Umwelt und Produktion. Oft ähnelt die Aufgabe des Analytikers derjenigen eines Detektivs. Einen wichtigen Anwendungsbereich der Analytik bildet die Qualitätssicherung, wo es vor allem darum geht, dass Produkte innerhalb von engen Grenzen immer die gleiche Zusammensetzung aufweisen. Aus den vielen heute zur Verfügung stehenden Methoden muss dabei die Richtige ausgewählt werden. In der Spurenanalytik werden höchste Anforderungen an Ausdauer, Genauigkeit und Zuverlässigkeit gestellt. Umweltschutz Der Schutz von Boden, Wasser und Luft und damit die Erhaltung eines gesunden Lebensraumes bildet eine immer wichtiger werdende Aufgabe. Das Überwachen der Einhaltung entsprechender Gesetzte und Vorschriften, aber auch das Entwickeln von Verfahren zur Verbesserung des Umweltschutzes ist häufig die Aufgabe eines Chemikers FH. Schwerpunkte bilden dabei die Beurteilung von Produkten und ihren Abfällen sowie die notwendigen Massnahmen zur Vermeidung oder Entsorgung. Sicherheit Der Einsatz von notwendigen und zweckmässigen Verfahren zur Gewährung der Sicherheit von Personen und Anlagen ist eine wesentliche Aufgabe in praktisch allen Bereichen der industriellen Chemie. Insbesondere bei grösseren Gefahrenpotentialen werden hier Spezialisten eingesetzt. Das entsprechende Wissen wird meist durch eine gezielte Weiterbildung erworben. Das Einsatzgebiet des Chemikers wird immer noch in erster Linie durch die Ausbildung, d.h. die Vertiefungsrichtung während dem Studium, bzw. den Schwerpunkten der gewählten Fachhochschule, die Neigung und den Arbeitsort bestimmt. Es kann heute noch nicht abgesehen werden, wie weit verschärfte wirtschaftliche Bedingungen und die Veränderungen im europäischen Wirtschaftsraum, z.B. den bilateralen Verhandlungen oder gar einem EU-Beitritt der Schweiz, dies verändern werden. Als Realisator und Praktiker mit fundierten Fachkenntnissen findet man den Chemiker jedoch auch in nichtfachspezifischen Bereichen wie beispielsweise Marketing und Verkauf, Logistik, Informatik, Personalwesen oder Ausbildung. Hierbei kann er sowohl für die Industrie als auch in Institutionen von Bund, Kantonen und Gemeinden tätig sein. Ausschlaggebend für die berufliche Entwicklung ist nicht nur eine solide, breite Grundausbildung, sondern vor allem auch Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative, eine ständige, dem Fachgebiet entsprechende Weiterbildung und die Fähigkeit, gut mit anderen Menschen zu kommunizieren. "Fachwissen ist nicht alles, aber ohne Fachwissen ist alles nichts." In Zukunft wird neben den fachlichen Fähigkeiten vor allem die soziale Kompetenz marktentscheidend für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit sein.
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